Mo'Town
Jeden Mittwoch ab 22 Uhr "RIT'MO LATINO"
Salsa
& more, nach 24 Uhr auch Charts, RnB, Reggaeton... mit DJ Mambo
22:00 -22:30 Uhr kostenloser
Salsa-Schnuppertanzkurs mit Cuban
Salsa Power
Eintritt: frei
Afrawald 4
86150 Augsburg
Cinemaxx
Moviebar (1.
Stock)
Jeden Freitag 22 -1 Uhr "XXLATIN"
Salsa, Merengue & Bachata mit wechselnden DJs
Eintritt frei
Willy-Brandt-Platz 2
86153 Augsburg
Henry's
Coffee
Jeden 3. Samstag im Monat ab 21 Uhr "HOT SALSA ELEGANTE"
Salsa,
Merengue & Bachata mit DJ Don Toledo
Eintritt frei
Philippine-Welser-Str. 4 (am Rathausplatz)
86150 Augsburg
Henry's
Coffee
Jeden
Sonntag ab 21:30 Uhr "LATIN
NIGHT PARTY"
Salsa, Merengue & Bachata mit DJ Don Toledo
Rueda Gruppe I : 19:00 - 20:15 Beginner
Rueda Gruppe II : 20:30 - 21:30 Mittelstufe
Infos unter www.salsaelegante-augsburg.de
Eintritt frei
Philippine-Welser-Str. 4 (am Rathausplatz)
86150 Augsburg
SALSA-CLUBS IN UMGEBUNG
Moritz
Jeden Mittwoch
19 - 24 Uhr "LATIN NIGHT"
Salsa & Latin mit DJ Toledo
19 - 21 Uhr Tanzkurs by SalsaTumbao
Eintritt frei
Waitzinger Wiese 2
86899 Landsberg a. Lech
Cafe N4
Jeden letzten Mittwoch im Monat ab 21:00 "SALSAPARTY"
20:00 21:00 Gratistanzkurs für Anfänger (Salsa, Bachata
& Merengue)
Infos unter www.salsa-donauwoerth.de
Eintritt frei
Kolpingstraße 6a (direkt an der Wörnitzbrücke)
86609 Donauwörth
Salsakurse mit
Yamile
Infos unter www.salsaya.com
Salsakurse mit
"Cuban Salsa Power"
Infos unter
www.cuban-salsa-power.de
Salsakurse mit "Salsa-Elegante"
Infos unter www.salsaelegante-augsburg.de
Salsakurse mit "Salsakubana"
Infos unter www.salsakubana.eu
Salsakurse mit "Salsa &
Events"
Infos unter www.salsa-events-catering.de
Kursplan als
PDF-Datei
Salsakurse in Landsberg
Infos
unter www.salsa-tumbao.de
Salsakurse in Donauwörth
Infos unter www.salsa-donauwoerth.de

dienstags 18:00 - 19:00
im FC
Haunstetten (Vereinsheim)
Roggenstr. 52
86179 Augsburg
Lageplan
Kursgebühr/ Monat: 35 €
Info
& Anmeldung: Steffi Fissel, 0177/
25 81 203
Kontaktformular
dienstags 19:45 - 21:15
Ballettstudio
Olga Hamm
Viktor-Frankl-Str. 3d
86916 Kaufering
Lageplan
Kursgebühr/ Monat: 45 €
Info
& Anmeldung: Steffi Fissel, 0177/
25 81 203
Kontaktformular
Mittelstufe/
Fortgeschrittene
dienstags 19:00 - 20:30
Technik, Romeras
(ca. ab 3 Jahren Unterricht)
Anfänger
mit Vorkenntnissen
dienstags
20:45 - 22:15
Technik, Tangos
(ca. ab 1 Jahr Unterricht)
im
neuen tva-turnverein
augsburg 1847 e.v.
Ballettsaal
Gabelsbergerstr. 64
86199 Augsburg
Kursgebühr/Monat:
51,90 €
(einmalige tva-Aufnahmegebühr: 8 €)
Info & Anmeldung: Susi Morato, 0177 / 234 18 33
Mittelstufe/
Fortgeschrittene
mittwochs*
18:00 - 19:30
Technik,
Choreografie (Farruca,
Fandangos)
Anfänger
mit Vorkenntnissen/ Mittelstufe/ Fortgeschrittene
mittwochs*
19:30 - 20:00
Bulerías
Improvisation
Anfänger
mit Vorkenntnissen/ Mittelstufe
mittwochs*
20:00
- 21:30
Technik,
Choreografie (Guajira mit Fächer, Tientos mit Mantón)
Kursort:
Studio
Cordes
Gärtnerstr. 11
UG
86153 Augsburg
*Kurstage:
15., 29.9./ 13., 27.10./ 10., 24.11./ 8., 22.12.
Termin Wochenende: 25.9.
Kursgebühr**
(für 120 Minuten): 60 €/ Monat
Kursgebühr**
(für 90 Minuten): 50 €/ Monat
Info & Anmeldung: Rachel Lynn Bowman, 0179 / 785 52 56 oder 0043/ 4215 / 219 05

Sie können uns buchen:
Steffi Fissel, 0177 / 2581203
Kontaktformular
Pressestimmen:
Augsburger
Allgemeine, 2. Dezember 2003
Augsburger Allgemeine,
10. Februar 2005
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Die lateinamerikanischen Einwanderer brachten in den 50er ihre Musik nach New York. Sie vermischten in den gemeinsamen Bands die Rhythmen und Tänze aus ihren Heimatländern (Kuba, Puerto Rico, Kolumbien, etc.) gaben eine "Prise" Jazz hinzu und nannten es Salsa (span. Soße, Würze)
Salsa ist keine Modeerscheinung, sondern eine etablierte Musikrichtung von hohem künstlerischen Wert und großer soziokultureller Bedeutung; sie kennt keine Alters- oder Klassengrenzen. Salsa wird überall auf der Welt getanzt, die meisten Kompositionen entstehen jedoch in New York, Miami und Lateinamerika. Von New York aus trat Salsa dann in den letzten 50 Jahren einen Siegeszug rund um die Welt an.
Salsa ist der Rhythmus
der Karibik, voller Lebensfreude und Leidenschaft. Salsa gehört heutzutage
unumstritten zu den heißesten Rhythmen der Welt!
"Salsa
(Musik)" - Erklärung von www.wikipedia.de
"Salsa
(Tanz)" - Erklärung von www.wikipedia.de
"Rueda", zu Deutsch Rad, entstand in Kuba in den fünfziger Jahren. Sie wurde meist in den "Casinos Deportivos" getanzt. Diese waren sehr exklusive Klubs, nur für Mitglieder, wo Tanzbälle mit großen Orchestern veranstaltet wurden. Es hat aber nicht lange gedauert bis der Tanz auch die Straßen von Havanna erobert hat. "Rueda de Casino", "Casino Rueda" , oder einfach nur "Rueda" wird, wie der Name schon vermuten lässt, im Kreis getanzt. Dafür ist wahrscheinlich der Einfluß des Contradanzas, ein französischer Gruppentanz, der von Haitianer nach Kuba gebracht wurde, verantwortlich.
Die Rueda de Casino musste für mehrere Jahre in den Untergrund, weil durch das Castro Regime viele künstlerische Aktivitäten unterdrückt wurden. In den achtziger Jahren brachten Flüchtlinge aus Kuba ihre Kultur und Musik in den USA, vorwiegend nach Miami, wo dieser Tanz so etwas wie eine Renaissance erfuhr. Aber auch die Kubaner haben die Rueda wieder entdeckt.
Damals hat man die Rueda noch nach Cha-Cha-Cha-Rythmen getanzt. Heute wird sie nach Salsa getanzt. "El Cantante" (der Sänger) gibt die Anweisungen und alle Paare tanzen simultan verschiedene Figuren. Dabei können sie schnell auch den Tanzpartner wechseln. Es entsteht eine Dynamik, die hinreißend ist. Noch schöner als zuzusehen, ist wenn man selber mittanzt. Und die Begeisterung für diesen Tanz hat vor allem in Miami eine Welle ausgelöst, wo viele Kubaner Rueda unterrichten.
In dem bekannten "Salsa Lovers Dance Studio" in Miami werden an einem Abend manchmal mehr als 600 Schüler von 16 Lehrern in Rueda unterrichtet. Aber nicht nur in den USA sind die Menschen von der Rueda begeistert. Auch hier in Europa ist die Rueda de Casino sehr beliebt. In Holland, Frankreich und Spanien, um nur einige Länder zu nennen. (von René Zambrana)
"Rueda
de Casino" - Erkärung von www.wikipedia.de
Was ist Merengue?
Was für Jamaika der Reggae und für Trinidad der Calypso, das
ist der Merengue für die Dominikanische Republik, die sich mehr und
mehr zum beliebten Reiseziel sonnenhungriger Europäer entwickelt.
Es ist ein heiterer, zuweilen polkaähnlicher Rhythmus im Zweivierteltakt,
über dessen Herkunft Musikexperten schon seit längerem streiten:
Hören die einen Elemente der spanischen Contradanza heraus, ordnen
ihn andere der Tumba Francesa oder der Mazurka zu.
War es Ende des letzten Jahrhunderts noch das Privileg der dominikanischen Oberschicht, Merengue zu tanzen, wiegt sich heute die ganze Welt im Merengue-Takt. Dies nicht zuletzt dank der international bekannten dominikanischen Gruppe "4.40" - sprich cuatro-cuarenta.
Es ist ein einfacher Tanz, bei dem nicht mehr zu tun ist, als mit einer gewissen Eleganz und geschmeidigen Hüften von einem Bein auf das andere zu treten und beim Drehen eines immer ein wenig nachzuziehen.
"Merengue" - Erklärung von www.wikipedia.de
Was ist Bachata?
Bachata ist die zweite, weitverbreitete Musikrichtung in der Dominikanischen
Republik. Sie ist bei der Landbevölkerung sehr beliebt, insbesondere
in der Gegend von Samana, wo im Radio fast ausschließlich Bachata
gespielt wird.
Bei der "besseren" Gesellschaft war diese Musik bis 1995 verpönt. Die Texte sind meistens freche Geschichten die vor Zweideutigkeiten nur so strotzen, ähnlich wie bei uns manche älteren Volkslieder.
"Bachata"
- Erklärung von www.wikipedia.de
Merengue &
Bachata sind einfach zu erlernen und sind gut geeignet als Einstieg in
karibische Paartänze.
Seit einiger Zeit werde ich öfters gefragt, welcher Stil denn das sei, den ich da tanze. Vielleicht Cuban-Style? Oder gar Afro-Cuban-Style? Ich habe lange über diese interessante Frage nachgedacht. Auch die Werbezettel der diversen deutschen oder Latino-Tanzlehrer haben sich verändert. Es wird nicht mehr Salsa und Merengue sondern New Yorker-, Puerto Rican- oder Cuban-Style oder auch noch etwas anderes feilgeboten. Und das neben Kursen für Fallfiguren und Haarfiguren. Woher kommen diese Begriffe für die verschiedenen behaupteten Stile überhaupt? Und was meinen sie genau?
Richtig ist, daß die Art wie Salsa getanzt wird sich regional stark unterscheidet, wie ja auch der Sound der produzierten Salsa-Platten starke regionale Unterschiede besitzt. Bei genauerer Betrachtung fällt aber auf, daß schon innerhalb nur eines Landes starke stilistische Unterschiede im Salsa-Tanzstil existieren. Eine weitere Dimension bewegt sich entlang ethnischer Grenzen quer über alle Ländergrenzen hinweg. Die schwarze salsatanzende Bevölkerung tanzt durch ihre stärkeren afrikanischen Wurzeln mit ganz anderem Ausdruck zu derselben Musik wie ihre weißen, eher in spanisch-europäischer Tradition geprägten Landsleute. So stellt sich dann die Frage, was genau z. B. der Begriff New York Style eigentlich meint. Vielleicht den Stil der puertorikanischen oder der kubanischen oder der kolumbianischen Nachbarschaft im Big Apple? Oder den der jungen Leute? Oder den der alten Leute, die noch in der Mambo Time ihre tänzerische Prägung bekamen? Und wie ist es auf Kuba? Ist kubanischer Stil das, was die jungen Leute tanzen oder die alten in Son, Danzon, Mambo, Guaracha oder gar Rumba Tradition? Oder eher wie die Weißen oder wie die Schwarzen? Wie die aus Havana oder die aus Santiago de Cuba??? Ach ja, da gibt es ja auch noch jene Grenze zwischen denen, die mit einem Vorschritt auf der "1" des Taktes beginnen und den anderen, die auf der "2" den Vorschritt tanzen. Aber dummer Weise finden sich beide Ansätze in allen drei hier erörterten Stilrichtungen.
Was schließen wir nun aus diesen verwirrenden Erkenntnissen? Wie gesagt gibt es Unterschiede und de facto also auch Stile. Diese sind u. a. aus regionalen, musikalischen und tänzerischen Einflüssen, ethnischen und kulturellen Unterschieden erklärlich. Sie verlaufen jedoch keineswegs in dem einfachen Raster New York, Puerto Rico und Kuba.
Wie kommt nun solcher Unsinn überhaupt in die Welt? Schuld sind letztlich die Tanzlehrer (so einfach ist das manchmal) in ihrem Streben nach Profilierung. Die einen übernehmen einfach die Bezeichnung, die sie in ihrer eigenen Ausbildung bei einem anderen Tanzlehrer gehört haben (die ihrerseits das übernommen haben, was sie in ihrer eigenen Ausbildung...). Besonders pfiffige Exemplare erfinden auch schon mal selbst eine Stilbezeichnung (Fallfiguren im linksgekröpften Puertorican Style), sind insofern also stilprägend und stilbildend tätig. Alle profitieren letztlich davon, daß sich eigentlich keiner so richtig auskennt und Salsalogie auch sonst im Grunde keine exakte Wissenschaft ist und es ja irgendwie auch um andere Dinge als die einzig wahre Stillehre ankommt.
Was bleibt ist die Frage nach gutem Tanzunterricht. Mal ganz abgesehen von geschmacklichen Fragen und den individuellen didaktischen und tänzerischen Fähigkeiten der einzelnen Lehrer ist für mich die Eignung der gelehrten Figuren für den Dancefloor besonders wichtig. Was nützen wunderschöne Figuren, die nur die SchülerInnen dieses einen Tanzlehrers miteinander tanzen können? Oder auch Figuren,die nicht zu führen sind. Also etwa abgesprochenes 3x nach links und 4x nach rechts hüpfen. Oder auch Schritte, die so raumgreifend sind, daß pro Tanzpaar einige Quadratmeter freier Tanzfläche zur Verfügung stehen müssen, um sie zu tanzen? Ähnliche Probleme bereiten Tanzlehrer, die sich aus welchen Gründen auch immer (etwa weil sie es schöner finden oder weil sie glauban, sich auf diese Weise profilieren zu können) glauben, die Profi-Variante mit dem Vorschritt auf der "2" unterrichten zu müssen. Schwierige Sache, zu vielen vor allem kubanischen Stücken ein tolles Erlebnis, aber auf den Tanzflächen der Welt durchweg ungebräuchlich und daher unbrauchbar. So tanzt Otto-Normalsalsero weder in Dortmund noch in New York, noch in Puerto Rico noch sonstwo (?). Hieraus ergeben sich die folgenden (ganz und gar nicht vollständigen) Regeln für guten Tanzunterricht: Die gezeigten Figuren müssen zu führen und dabei platzsparend tanzbar sein. Der Vorschritt sollte nicht auf der "2" sonder dancefloor-konform und stinknormal auf der "1" liegen. Die wichtigen Fragen liegen somit ganz jenseits der so oft gestellten Frage nach New York, Puertorican oder Cuban Style.
Geschichte
der karibischen Paartänze
(von Jördis und Henry Guzmán)
Unsere Musik ist nicht anderes als der Ausdruck unserer Art zu lieben, zu hassen, zu fühlen, die alltägliche Existenz zu leben, ohne Schutz zu sein, voll von Sonne, Wind und Meer, einem Horizont und einem weiten Himmel, herrlich blau, der uns einhüllt mit unserer wahrhaftigsten Hoffnung der Karibik. (Domingo Alvarez)
Die Salsa-Musik ist kein Rhythmus oder Musikstil. Sie ist die Vereinigung aller musikalischen Tendenzen, die sich heute im urbanen Raum der Karibik treffen. Kubanischen Wurzeln entsprungen, in New York in den siebziger Jahren musikalisch angereichert, hat sich die salsa seitdem immer mehr ausgebreitet. Es ist kein Wunder, daß die Hochburgen zunächst in Regionen zu finden waren, in denen die gleichen sozialen und kulturellen Bedingungen herrschen wie in Kuba, z.B. in Caracas (Venezuela), Barranqilla und Cali (Kolumbien) oder San Juan (Puerto Rico), deren Bevölkerung sich zu großen Teilen aus Schwarzen und Mulatten d.h. den Nachkommen der afrikanischen Sklaven zusammensetzt. Salsa ist der musikalische Ausdruck des Barrios (Stadtviertels). Die sich immer mehr gleichenden Armenviertel bringen Themen und Traditionen hervor, die heute in den Salsa- Texten zur Geltung kommen: die Familie, die Liebe, die Freunde, die Sraße, das fehlende Geld, die Gewalt und Situationen sozialer Unzufriedenheit.
Auf Kuba, dem Ursprungsland der salsa, wird Musik nicht zelebriert, sie wird gelebt. Unvorstellbar, daß in irgendeinem Winkel von Havanna nicht Musik gemacht oder gehört würde - selbst bei einem der zahllosen (und stundenlangen) Stromausfälle dröhnt noch irgendwo ein letztes Transistorradio oder intoniert jemand auf einer leeren Flasche eine rumba. Die populäre Musik Kubas ist ein explosives Mischprodukt, in dem sich auch die wechselvolle Sozial-und Kulturgeschichte des Landes spiegelt. In einem jahrhundertelangen, von Widersprüchen und Auseinandersetzungen geprägten Verschmelzungsprozeß verband sich die traditionelle Musik der spanischen Siedler mit den Tänzen, Liedern und Instrumenten der Sklaven, die sich in Geheimgesellschaften und calbildos de nación zusammenschlossen. Das Ergebnis ist, wie der kubanische Nationaldichter Nicolás Guillén einmal gesagt hat, "klingender Rum, mit den Ohren zu trinken...".
Während der Kolonialzeit erlaubten es die politischen und wirtschaftlichen Bedingungen nicht, daß sich schwarze und weiße Kulturen auch nur annähernd gleichberechtigt gegenüberstanden. Außer bei religiösen Riten gab es jedoch für die Sklaven noch einige Möglichkeiten, sich musikalisch zu betätigen, z.B. während der Arbeit (Worksongs) oder wenn die weißen Herren ihre Sklaven zum Fest aufspielen ließen, um europäische Besucher mit dem Tanz- und Musikspektakel der "Wilden" zu konfrontieren. Eine dieser Gelegenheiten war der 6. Januar, nach christlicher Mythologie der Dreikönigstag, an dem die Sklaven eines Stammes ihren König wählten und anschließend in Gruppen mit Maskenträgern, Musikern und Tänzern (comparsas) durch die Straßen der Städte bis vor den Gouverneurspalast zogen. Auf dem jeweiligen Plaza de Armas, dem zentralen Waffenplatz, trommelten, tanzten und sangen sie, stürmten die Treppen zum Palast hoch, um dort ihre Neujahrsgeschenke (Süßigkeiten und Getränke, manchmal eine Unze Gold) in Empfang zu nehmen. Dieses Spektakel ließen sich auch die katholischen Spanier nicht entgehen. Demzufolge bedeutete für die Schwarzen der Karneval noch etwas anderes. Es war ihre Gelegenheit, die besten und schwierigsten Tänze mit den kompliziertesten Choreografien zu zeigen, mit Kostümen und Kulturattributen zu defilieren und ihre sonst als minderwertig qualifizierte Kultur zu produzieren.
So enstand die traditionelle kubanische rumba als Musik zum Feiern und zum Tanzen, musikalische Unterhaltung aus Sklavenbaracken, Mietskasernen und Vorstädten. Sie ist schwarze Musik, die sich aus dem Überlebenswillen der nach Kuba verschleppten afrikanischen Sklaven entwickelte, die mit Witz und virtuosen Trommelschlägen ihren Alltag auf der Zuckerinsel kommentierten.
Rumba ist in Kuba der Oberbegriff für drei sehr verschiedene Rhythmen: yambú, columbia und guaguancó. Der yambú ist ein heute ziemlich aus der Mode gekommener Paartanz. Die columbia dagegen gibt als reiner Männertanz Raum für akrobatische Choreografien. Und schließlich ist das, was in Europa heutzuta ge als Salon-Rumba bekannt ist, nichts anderes als eine Version des kubanischen guaguancó. Die alten schwarzen Musiker in Kuba bestehen auf der Feststellung, daß der guaguancó ursprünglich überhaupt kein Paartanz war, sondern vor allem ein Gesang; so etwa wie eine klingende Zeitung. Der Guaguancó-Sänger unterhielt sein Publikum mit gesungenen Geschichten und Anekdoten, er kommentierte mit deftigem Humor politische Ereignisse und Skandale, er karikierte Aufseher, weiße Herren und Politiker oder plauderte über Klatsch und Tratsch aus dem Stadtviertel, dem barrio. Erst seit Anfang dieses Jahrhunderts wurde dem gesungenen Teil des guaguancó ein getanzter Teil mit einer recht anzüglichen, um nicht zu sagen pornografischen Choreografie angehängt. Tänzer und Tänzerinnen demonstrieren das Ritual der Eroberung, in dem der Hahn die Henne umkreist. Die Zuschauer stehen im Kreis um die tanzenden Paare und kommentieren mit rhythmischen Klatschen, Pfiffen, Rufen und Gelächter den getanzten Geschlechterkampf, der traditionell mit der neckischen Ergebenheitsgeste der Frau endet: Sie erlaubt, daß der Mann ihr Becken "impft" - vacunao nennt man dies auf kubanisch. Allerdings bestehen auch viele Frauen darauf, sich nicht vacunieren zu lassen, als Zeichen tänzerischer Geschicklichkeit.
Die Choreografie des guaguancó beschreibt ebenso eindeutig wie eindrucksvoll die Symbiose, die in der kubanischen Kultur stattgefunden hat. Man erkennt Gestik und Mimik des Flamenco, die Tanzschritte der kleinen Abakuá-Teufel, den Manila-Umhang und die kubanische Sandale. Man hört den afrikanischen Rhythmus und die Tiefgründigkeit des andalusischen cante jondo. (Miguel Barnet)
Ursprünglich spielte man die rumba mit Trommeln. Als diese jedoch in der Kolonialzeit verboten wurden, wich man auf Kabeljau-Kisten (cajones), Schubladen oder ähnliches aus. Die cajones ersetzten die Trommeln vorzüglich, da sie aus einem Holz gefertigt wurden, das beim Trommeln einen schönen sonoren Klang hervorbrachte. Deshalb wurden sie auch nach der Aufhebung des Trommelverbots gerne weiterbenutzt.
Eine rumba beginnt immer mit dem "Alarm", den die claves (zwei Klanghölzchen) schlagen und der von einem lalaleo der Sänger begleitet wird, sozusagen das Zeichen für die Anwesenden, daß das Fest nun beginnt. Nachdem der oder die Vorsänger einen Satz oder einen längeren Text improvisiert haben, wiederholt der Chor den Refrain immer wieder, bis sich die Trommler in komplizierte rhythmische Strukturen steigern, wonach der Tanz beginnen kann. Aus den spanischen Traditionen stammen andere Tänze und Liedformen wie z.B. der guajiro, den die weißen Bauern zu festlichen Gelegenheiten aufspielten. Auch hier wird viel improvisiert - die Sänger kommentieren in Wechselgesängen (controversias campesinas) alltägliche Begebenheiten oder politische Verhältnisse.
Der danzón, ein Tanz, der sich aus dem französischen contredance entwickelte, war zunächst eher in den vornehmen Salons Havannas zu Hause. Allerdings wurde auch er ähnlich dem Bolero bald vom Volk aufgegriffen und zu einem beliebten Volkstanz entwickelt. Bis in die zwanziger Jahre dieses Jahrhunderts waren Musik und Tanz eine Frage der Rassenzugehörigkeit: Die Afrokubaner hatten ihre rumba, die Weißen tanzten danzón. Doch kurz nach der Errichtung der Republik 1902 (der Unabhängigkeit von Spanien und den ersten US-amerikanischen Militärinterventionen) brachten Wanderarbeiter aus dem fernen Südosten Kubas einen Tanz mit nach Havanna, der Scharz und Weiß in sich vereinte - ein kreolisches Mischprodukt aus spanischen und afrikanischen Traditionen: den son. Von den Spaniern stammen die Verse und die Saiteninstrumente, von den ehemaligen Sklaven die Perkussion und der synkopierte Rhythmus.
Der son spiegelt die kubanische Seele wider, er ist música mulata - Mulattenmusik, von Europa und Afrika in Kuba. (Nicolás Guillén)
Zum Markenzeichen der kreolischen Kultur wurde der son, weil sich zum ersten Mal weiße und scharze Kubaner mit derselben Musik indentifizieren konnten. In den zwanziger Jahren verbreitete sich der son über die gesamte Insel und in die Städte. An jeder Straßenecke hörte man seinen lasziv synkopierten Rhythmus. Die Musiker begleiteten sich auf handlichen leichten Instrumenten: dem tres (einer kleinen Schwester der spanischen Gitarre), Bongotrommeln, maracas (hierzulande als Rumbakugeln bekannt) und den claves. Als Bass fungierte meist eine leere Flasche. Als nun der son zum beliebtesten Tanz der Haupstadt avancierte und die tanzwütigen Habaneros immer größere Tanzsäle füllten, erwies sich diese Instrumentierung als zu dürftig. So kamen Gitarre, Kontrabass und Trompete hinzu - die instrumentale Grundausstattung der zahllosen sextetos und septetos im Havanna der zwanziger Jahre.
Der blinde Tres-Spieler Arsenio Rodríguez leitete 1940 eine neue Phase für den son ein: Er fügte dem traditionelln Son-Septett zwei Trompeter, zwei Sänger, einen Pianisten und einen Conga-Spieler hinzu, nannte diese Orchsterform conjunto und produzierte einen spezifischen Klang, den man heute als Wegbereiter der New Yorker salsa erkennen kann. Bekanntester sonero dieser Zeit war Benny Moré, dessen Platten noch heute in Kuba gerne gehört und gekauft werden. Insbesondere galt er als Meister des son montuno, der schnellsten und temperamentvollsten Variante des son aus den Bergen des Ostens, der oft in großer Orchesterbesetzung gespielt wird.
In den vierziger und fünfziger Jahren machten dem son zwei neue kubanische Rhythmen Konkurrenz, die um die Welt gingen: mambo und chachachá. Alle drei Tänze werden traditionell von Charanga-Orchestern gespielt, deren Klang entfernt an europäische Kaffeehaus-Orchester erinnert: leicht zittrige Geigen, ein sanft verstimmtes Klavier, eine konzertante Querflöte, ein rhythmischer Kontrabass und die hier spezifische karibische Perkussion.
In dem Lied "Mi salsa Cubana" von Septeto Raison heißt es: "...im kubanischen Salsa-Topf köcheln son, mambo, guaguancó und chachachá vor sich hin und verbreiten einen unwiderstehlichen Duft."
In den siebziger Jahren gelangte der son schließlich in die USA. Bekannte Namen wie Celia Cruz oder Tito Puente sorgten dafür, daß er speziell in der Musik- und Nachtclubszene von New York rasch begeisterte Anhänger fand. Das wachsende Interesse stieß bald auf die Resonanz der Medienindustrie: sie begann den son unter dem Begriff salsa (scharfe Soße) weltweit zu vermarkten. Ein typisches Produkt dieser kommerzialisierten Variante ist beispielsweise die salsa romantica, die auch dem "weniger feurigen" amerikanischen bzw. europäischen Geschmack entsprach und sich international durchsetzen konnte.
In der Salsa-Szene der USA gibt es wohl kaum ein Fest, das die Latinogemeinde so sehr herbeisehnt, wie das große Straßenfest in Miamis achter Straße. La Calle 8 verwandelt sich in jedem Frühjahr für drei Tage und Nächte in eine Party- und Tanzzone besonderer Art. Die bekanntesten Salsa- und Merengue-Gruppen sind zu Gast und spielen rund um die Uhr für ihre Fans. Miami gilt als Hochburg der Salsa- und Merengue-Kultur, seit sich dort hunderttausende von Exil-Kubanern niedergelassen haben. Sie sorgten nicht nur für eine eigene Infrastruktur mit Wohnvierteln, Clubs und Läden, sondern lockten auch Menschen aus Kolumbien, Brasilien, Venezuela und anderen südamerikanischen Ländern an. Entsprechend bunt und vielseitig präsentiert sich die Musikszene der Stadt, in der die unterschiedlichsten Stile und Nationen verschmelzen.
Von New York aus erfaßte die salsa den gesamten karibischen Raum. So brachte Richy Rey 1968 die Salsa-Musik auch nach Baranquilla an der kolumbianischen Karibik-Küste, dem Zentrum der Cumbia-Musik und des zweitberühmtesten Karnevals in Amerika. Die dortigen Bewohner nahmen diese Musik als etwas eigenes auf. So ist Baranquilla auch bekannt für seine picos und seine Straßenfeste. Picos sind kleine, bunt mit folkloristischen Themen bemalte Lastwagen mit fest installierten riesigen Lautsprecherboxen. Leute aus einer Straßenzeile schließen sich zusammen, mieten einen pico, sperren die Straße ab und verwandeln sie in eine Tanzpiste. Sie stellen Stühle und Tische heraus und laden die Nachbarn der anliegenden Straßenzüge zu ihrem Fest ein...
Während des Karnevals findet in Baranquilla ein großer Orchesterwettstreit mit mehr als 30.000 Besuchern statt. König diese Festivals ist Joe Arroyo. Achtmal wurde er mit dem höchsten Preis, dem Congo de Oro, ausgezeichnet. Auch auf dem jährlich in Cartagena organisierten größten Musik-Festival der Karibik ist er der Star seiner Heimatstadt. In seiner zwanzigjährigen Musikkarriere hat sich der aus ärmsten Verhältnissen stammende Joe in die Herzen der Menschen gesungen.
Als eigentliche Hauptstadt der Salsa-Musik gilt in Kolumbien allerdings Cali, die Stadt der Rumba. Ihr zugehöriges Land, das Valle ist der größte Zuckerrohrproduzent Kolumbiens. Durch die Vielzahl ehemaliger schwarzer Plantagensklaven erscheint die Rassenmischung eher afrikanisch. Außerdem gab es über den nahegelegenen Pazifikhafen Buenaventura in diesem Jahrhundert eine ständige Immigration von Fremden, angezogen von dem wirtschaftlichen Reichtum der Valle-Region und deren Hauptstadt Cali. Die musikalische Sensibilität der Schwarzen und Mulatten hat der Salsa-Musik in Cali zum Durchbruch verholfen. Schon in den sechziger Jahren wurden die ersten Salsagruppen gegründet u.a. Fruko y sus tesos. Heutzutage gibt es unzählige Salsotecas, in denen man sowohl tanzen als auch Musik hören kann. Im Juanchito, einem ganzen Salsa-Dorf in der Nähe Calis, das nur aus Tanzschuppen besteht, verbringt die Bevölkerung das ganze Wochenende.
Zwischen Weihnachten und Neujahr feiert die Stadt ihr jährliches Fest - die "Feria de Cali". Mit Stierkämpfen und Umzügen, aber haupsächlich als eine große "Rumba" auf allen Straßen und Plätzen, in den Barrios und im Fußballstadion, wo anläßlich des Festivals der Orchester in einem musikalischen Marathon von 12 Stunden etwa 30 nationale und internationale Orchster defilieren. Hier treten die großen Stars der Salsa-Musik auf: Celia Cruz, Ruben Blades, Oscar d´Leon, Marc Anthony, Rey Ruiz etc. und die besten der etwa hundert kolumbianischen Salsa-Orchester wie Grupo Niche oder Guyacan.
Die Caleños haben
neben ihrem ganz eigenen Tanzstil auch die berühmtesten Tänzer
der Salsa-Bewegung hervorgebracht. Sie sagen, daß der Tanz wie ein
Ritual ist, in dem sich Rhythmus, Melodie, Harmonie und Timbre der Salsa-Musik
in Bewegung umset zen. Es gibt Wettbewerbe und es gilt als soziales Prestige
salsa tanzen zu können. "Der Körper weiß mehr von der
Welt als das Bewußtsein. Es ist keine Technik, die man lernen kann,
wie ihr Europäer das macht mit euren Tänzen. Ihr habt immer Formeln
für alles, sogar, um Liebe zu machen, als ob die Liebe und der Tanz
nicht aus dem tiefsten Inneren eines Menschen geboren würden, als ob
sie nicht der vitale Lebensrhythmus selbst wären...".
Merengue
Merengue - die expressivste Form kreativer Eigendarstellung der Dominikaner und Ausdruck nationalen Selbstbewußtseins!
Über den historischen Ursprung des merengue teilt sich das Heer der Sachverständigen in zwei Lager. Die einen vertreten die These einer bodenständigen Entwicklung. Auch innerhalb dieser Gruppe offenbaren sich die verschiedensten Überzeugungen. So schreiben einige Juan Babtista Alfonseca die "Vaterschaft" des merengue zu. Andere vermuten seine Enstehung als spontaner Ausdruck des Sieges gegen die Haitianer nach der Schlacht von Talanquera. Dritte wiederum pochen auf eine Ableitung aus Taino-Traditionen, die später mit kolonial-spanischen und afrikanischen Elementen vermischt wurden. Einer volkstümlichen Erklärung zufolge entstand der merengue während einer Fiesta, auf der ein hochrangiger Gast mit einem Klumpfuß zu tanzen versuchte. Um den Behinderten nicht zu brüskieren, übernahm die ganze Gesellschaft sein steifbeiniges Schlurfen - und der merengue war geboren ! Die anderen plädieren für eine externe Enstehung des merengue. Auch unter den Vertretern dieser "Importtheorie" herrscht Unklarheit, ob der Tanz direkt aus Afrika oder über den Umweg Kuba kam. Einige spekulieren sogar über eine Verbindung zu den berüchtigten Piraten von "La Tortuga", denn - Seeräuber tragen oft Holzbeine !!!
Auch der Name "Merengue" bleibt geheimnisvoll. Leitet er sich von der bekannten Süßspeise aus Eierschnee und Zucker ab oder stammt er aus einer afrikanischen Sprache ? Gewiß allerdings ist, daß der merengue um 1850 in der Gegend von Cibao bereits präsent war und unter der Landbevölkerung rasch Anhänger gewann. Dagegen rümpften die Mitglieder der "feinen Gesellschaft" in den Salons der Städte die Nase über den Bauertanz. Erst während der Trujillo-Ära geläng dem bislang geächteten Tanzvergnügen auch der Einbruch in breitere gesellschaftliche Schichten. Trujillo hatte die Bedeutung des merengue als Propagandamittel erkannt und nutzte ihn als ideologisches "Frachtschiff" zu den entlegendsten Winkeln seines kleinen Reiches. Es heißt, daß der Tyrann selbst zum besessenen Tänzer wurde, der für sich das Privileg in Anspruch nahm, anläßlich seiner kostspieligen Bälle als erster das Tanz bein zu schwingen.
Auf "Wunsch" des Diktators nahmen Radiosender den Merengue in ihr Programm auf. Die Plattenindustrie zog nach und zu guter Letzt wurden die Merengue- Festivals zum "Bestandteil des nationalen Kulturerbes" aufgewertet. Das Trujillo-Regime endete 1961 unrühmlich, der merengue jedoch, befreit von seinen politischen Fesseln, fand zu seinen Wurzeln zurück und wurde wieder Stimme des Volkes. Mehr noch, er integrierte neue Musikformen, erweiterte die Instrumentierung und gelangte schließlich auch auf andere Karibikinseln und in die USA. Dort haben moderne Interpreten wie z.B. Juan Luis Guerra und Wilfrido Vargas weltweite Erfolge erzeilt. Letzterer wurde 1990 sogar für einen "Grammy-Award" (dem "Musik-Oscar") nominiert.
Heutzutage begleiten die Klänge des Merengue den Dominikaner auf Schritt und Tritt. Radiosender spielen rund um die Uhr. Die Menschen auf der Straße bewegen sich im Takt der Musik, die ihnen aus tragbaren Kasettenrecordern und den Deckenlautsprechern der colmados oder Restaurants entsgegenschallt.
Musikkenner unterscheiden mehrere Stilrichtungen wie z.B. den bolemerengue, jalemerengue, juangomero und pambeche. Der Einfachheit halber reduziert der dominikanische Wissenschaftler den merengue auf zwei Grundtypen, den "traditionellen" und den "städtischen" merengue. Ersterer ankert im bäuerlichen Milieu und wird von Combos aus drei bis vier Feierabendmusikern (perico ripiao) vorgetragen. Die Texte, die man gewöhnlich in Mundart singt, werden traditionell von einer tambora, einer güirra und einem accordeon begleitet. Die tambora ist eine kleine Trommel afrikanischen Ursprungs mit Ziegenfellbespannung, die eingeklemmt zwischen den Knien linkshändig geschlagen und rechtshändig mit einem kleinen Schlegel (bollilo) gespielt wird. Als güirra, eigentlich eine der Taino-Folklore entlehnte Kürbis-Kalebasse mit Kerbschnitt, über die man ein Hölzchen schrappt, wird heute ein konischer Zinnzylinder verwendet. Das accordeon wurde im 19. Jahrhundert aus Deutschland importiert und gegenwärtig lokal auch durch ein Saxophon ersetzt. Pericoripiao-Combos spielen sehr zur Freude der Urlauber oft am Strand oder musizieren, angeworben von den Hotels, zur Abendunterhaltung.
Der "städtische" Merengue, der auf dem Medienmarkt und den Nachtclubs dominiert, ist umfangreicher instrumentiert. Zu den bereits genannten Instrumenten gesellen sich Trompete, Posaune, E-Bass und Synthesizer. Bei den Interpreten handelt es sich meist um ausgebildete Musiker. Seine aktuellsten Auswüchse sind in Mischformen wie Tecno-, Rap- oder HipHop-Merengue auch in den internationalen Charts und Diskotheken vertreten, wie z.B. von Proyecto Uno, Sandy & Papo u.v.a.
Traditionell setzt sich ein Merengue-Stück aus drei Suiten zusammen: dem paseo oder Entree, das der Tanzvorbereitung dient, dem merengue, der das Thema des Werkes entwickelt und dem jaleo, einer Art Crescendo, das als Höhepunkt meist mehrstimmig vorgetragen wird. Die Merengue-Texte erinnern an die afro-amerikanische Bluestradition. Obwohl natürlich der Themenauswahl keine Grenzen gesetzt sind, besingen die Lieder überwiegend Frauen, enttäuschte Liebe, Trinkgelage, prominente Zeitgenossen und historische Helden. Auch kommentieren sie die Alltagswelt, insbesondere die Armut und die politische Mißstände. Typisch für den Merengue ist der zündende Refrain, den die Sänger meist mehrstimmig ständig wiederholen. Liebeslieder erschrecken prüde Gemüter mit frivolem Hintersinn, sozialer Protest mischt sich mit frechem Humor.
Ein Höhepunkt für
jeden Merenguero ist das Festival del Merengue, das in der Dominikanischen
Republik jedes Jahr in der dritten Juliwoche stattfindet. Tausende Dominikaner
und Urlauber drängeln sich auf der Av. George Washington entlang dem
Malecón, der Strandpromenade Sto. Domingos, und tanzen ausgelassen
zu den Rhythmen der Combos, die auf provisorischen Plattformen das Publikum
anheizen.